Verwurzelt mit der Erde –
Geöffnet zum Himmel –
Gesammelt in der Mitte –
Verbunden im Kreis –
Achtsame Schritte –
getanztes Gebet

Um was geht es beim Meditativen Tanzen?

Meditatives Tanzen ist im Tiefsten eine Form des Gebetes. Gebet, in das der ganze Körper einbezogen ist. Es ist still und kraftvoll, voll Lebendigkeit, Sinnlichkeit, voll Innigkeit und Verbundenheit mit sich selbst und mit den Mittanzenden. Und voll Offenheit und Hingabe nach innen und außen in die Wirklichkeit Gottes.
Wir tanzen mit einfachen Schritten und Gebärden. Sie führen zu innerer Ruhe und Achtsamkeit mit uns selbst und den Anderen.
Wir tanzen auch lebhaftere Tänze, die uns ein Gefühl von Lebendigkeit geben und Ausdruck von Freude, Lob und Dank sind.
Poetische und geistliche Worte begleiten das Tanzen. Es ist eine gute Erfahrung, wenn Worte nicht nur Worte bleiben, sondern leiblich-sinnlich erlebt werden und tanzend an Tiefe gewinnen.
Als begleitende Musik verwende ich sakrale, klassische und moderne Musik, Folklore verschiedener Länder, Taizé-Gesänge, Weltmusik…

Und so können Sie sich den Ablauf eines Tanztreffens vorstellen:
Ich beginne immer mit einer gedanklichen Einstimmung, danach ist eine kurze Zeit für eine Schweigemeditation (Kontemplation). Aus der Stille heraus beginnen wir dann mit den Tänzen und Gebetsgebärden.
Tänze und Gebärden haben meistens vorgegebene Abläufe, ab und an tanzen wir auch im eigenen Rhythmus und auch die Gebetsgebärden können in Stille in eigener Zeit und eigenem Empfinden durchgeführt werden.
Ruhigere Tänze wechseln mit lebhafteren Tänzen, so dass neben intensiver Stille freudvolle und beschwingte Bewegungen helfen, Anspannungen zu lösen und zu einem Gefühl von Entlastung und Befreiung zu kommen.
Der Ausklang führt uns im Kreis verbunden wieder in die Stille zurück.

 

Meditativer Tanz mit Karin Gerhard

 

Meditativer Tanz und Zeit der Stille,
Bewegung und Ruhe

Tanz und Stille, Bewegung und Ruhe sind zusammengehörig, obwohl sie gegensätzlich sind. Sie sind Polaritäten, die einander befruchten, wenn wir sie beide in uns lebendig werden lassen. „Der Mensch braucht beides, Fühlung nach innen und Fühlung nach außen, und das nicht nacheinander, sondern gleichzeitig“ (Dore Jacobs, Bewegungspädagogin)

Bei unseren Treffen wird jeweils der Schwerpunkt stärker auf Tanz und Bewegung oder auf Stille und Ruhe liegen. Und besonders auf deren Zusammenklang.

„Zur Ruhe kommen, wenn es angemessen ist, und sich bewegen, wenn die Zeit für Bewegung gekommen ist. Wenn solche Art Ruhe und Bewegung zur rechten Zeit geschehen, wird der Weg im Licht erstrahlen.“ (aus dem I Ging, chinesisches Weisheitsbuch)

 

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Neue Termine für  5. September, 7. November und 5. Dezember (unter Vorbehalt)

Meditationen

Besinnliche  Tänze –  Körpergebet – Sitzen in Stille (Kontemplation)

Herzliche Einladung an alle Interessierten zu drei Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres:

Vorgesehen sind der 5.9. / 7.11. / 5.12. 2020 , samstags von 16:00 – 17.00

Unsere Treffen werden anders verlaufen als gewohnt, weil sie noch unter Corona-Bedingungen stattfinden. ( was genau sein wird, ist ja zur Zeit noch nicht absehbar)

Bedenkt bitte Folgendes:

Die angegebenen Termine sind alle unter Vorbehalt. Erkundigt euch bitte unbedingt eine Woche vorher, ob unser Treffen stattfinden kann. Ihr könnt mich gerne anrufen:

0201 254250 oder schaut auf der homepage nach:

www.gemeinde-bergerhausen.de/Erwachsene/Meditativer Tanz

  • unsere Treffen sind jeweils nur eine Stunde, also von 16:00 – 17:00
  • die üblichen Hygienebedingungen sind notwendig
  • tanzen werden wir ohne Handfassung und mit Abstand zueinander (das kann ein schönes Experiment werden!)
  • das Sitzen in der Stille wird mit entsprechendem Abstand sein
  • Mundschutz bitte mitbringen
  • anders als sonst meldet euch bitte zu den Veranstaltungen an (nur eine bestimmte Anzahl von Menschen können im Saal unten sein )

1. Samstag 5.9. 16:00 – 17:00

„Wie eine Brunnenschale Instrument und Ohr zugleich sein“ (H. Hesse)

Stille und Achtsamkeit nach innen und aussen:

Sitzen in Stille (Kontemplation), Meditative Texte und ruhige Tanz-Schritte erweitern unsere Achtsamkeit für das innere Geschehen und unsere Wachheit für den Raum und die Menschen um uns. Der Schwerpunkt unseres Zusammenseins soll das „Sitzen in der Stille“ sein.

2. Samstag 7.11. 16:00 – 17:00

„Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des heiligen Geiste in euch ist“ (Paulus Frage an die Korinther und an uns)

Was ist ein Körpergebet, was Gebetsgebärden? Was hat Tanz mit Gebet zu tun?:

Heute nehmen wir uns Zeit, uns über achtsames Spüren in ein Körpergebet und in einige Gebetsgebärden zu vertiefen, um etwas von dem innewohnenden göttlichen Geist in uns ahnend zu erfahren. Tanz kann sich dann wie ein Gebet anfühlen, er wird zum Gebet…..

Der Schwerpunkt unseres Zusammenseins soll das Körpergebet sein.

3. Samstag 5.12. 16:00 – 17:00

„Setze deine Füße säulengleich auf weiten Raum, heb deine Augen auf zum Licht, mache deine Hände zum Portal. Sehnsucht faltet sich auf wie ein Blume – du selbst bist Gebet“ (I.Hess)

Meditationen im Advent :

Mit ruhigen Tanzschritten im Wechsel mit adventlichen Texten und  der Stille der Kontemplation öffnen wir unser Herz und unseren Geist und unser ganzes Dasein in den weiten Raum Gottes. Wir lassen uns los und können so empfangsbereit werden für das innere Licht und den göttlichen Frieden in der Advents- und Weihnachtszeit.

„Wenn Gott in uns geboren wird, dann wird die Wüste in unserem Herzen erblühen, dann wird mitten in unsere Leere und Dürre ein Quell aufbrechen und uns lebendig machen.“

Fürchtet euch nicht.

Der Schwerpunkt unseres Zusammenseins soll das meditative Tanzen sein.

Wir treffen uns im Gemeindesaal der Johanneskirche.

Ich freue mich sehr, dass unsere Treffen wieder beginnen können und bin froh, dass wir uns nach langer Zeit wiedersehen.

Bitte ruft mich unbedingt an, wenn ihr Fragen habt und denkt an die Anmeldung!

 

 

20 Jahre Meditativer Tanz

Ein kleines schönes Fest haben wir gefeiert. Zunächst bei Kaffee und Kuchen an herbstlich geschmückten Tischen. Später bei Wein und lebendigen Gespräch und Erinnerungen…

Ich habe in meinen 20-jährigen Unterlagen nachgelesen und ein paar Gedanken mitgebracht, die unsere Tanz-Treffen immer in ähnlicher Form begleitet haben. Ein kurzer Ausschnitt:

„20 Jahre tanzen wir nun miteinander und es ist immer wieder schön….

Tanz ist eben wie das Leben oder das Leben ist wie ein Tanz, immer lebendige Bewegung…

Ich habe euch einmal eine erstaunliche Tanz-Geschichte erzählt von Hans-Peter Dürr, dem Quantenphysiker, dem Wissenschaftler, der durch seine Frau zum Tanzen von Folklore- und Kreistänzen mitgenommen wurde. Er, der traumatisiert vom Hitlerdeutschland und dem Grauen des Krieges nach Amerika ging. Mit seinen 24 Jahren fühlte er sich damals uralt, schwer in der Seele und von großer Traurigkeit erfüllt.

Seine Frau Sue und das Tanzen mit ihr und anderen hat in ihm eine Wandlung bewirkt. „Ich bin ein anderer Mensch geworden“ sagt er „der Tanz hat so Vieles, was dem Leben dienlich ist. Er ist kommunikativ, er ist sinnlich, man freut sich, man hilft sich gegenseitig nach rechts und links mit den Schritten, man fädelt sich an unterschiedlichen Stellen im Kreis ein, all das…“ Hans-Peter Dürr wurde ein begeisterter Tänzer, vor allem von Kreistänzen und tanzte noch als alter Mann bis an sein Lebensende…

Tanz ist eben wie das Leben, hat immer eine befreiende Wirkung und das Wunderbare noch darüber hinaus: er bringt uns oft auch in Berührung mit der ganz anderen Dimension, mit dem Göttlichen, mit unserer tiefsten Lebensquelle und wir fühlen uns durchströmt von einer Kraft, die mehr ist als wir selbst und uns doch innewohnend ist.

Wie Paulus sagt: „In Dir leben, bewegen wir uns und sind wir“

oder die Mystikerin Madeleine Debrel (1904 -1964) sagt: „Wir aber, wir vergessen oft die Musik Deines Geistes. Wir vergessen, dass das Leben in Deinen Armen getanzt sein will“

In diesem Sinne haben wir immer wieder hier zusammen getanzt und ein Gebet hat uns oft begleitet:

Tanzen, Gott und Du in der Mitte und den Tanz des Lebens üben –

wir tanzen auch für die, die einen Schritt nicht mehr finden können

und wir tanzen für die, denen Hände und Füße gebunden sind.

Tanzen, Gott und den Tanz der Hoffnung lernen

für uns, für die bedrohte Erde und für die bedrohten Völker –

Tanzen, Gott und Du in der Mitte und den Tanz des Lebens üben,

wir und Alle und Alles, was lebt.“

 

Dann haben wir den ganzen Nachmittag über getanzt, einen Fest-Tanz zu Beginn, dann Tänze verschiedener Völker, freies Tanzen und Wunsch-Tänze und Tänze des Friedens, in die wir alle Völker eingeschlossen haben:

Frieden ins Herz aller Menschen, Frieden der Erde und Frieden der Welt,
DONA NOBIS PACEM

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und dann gab es noch ein paar schriftliche Stichworte der MitTänzerInnen, was Tanz und Stille für sie bedeutet, hier eine Auswahl:

– ich spüre, dass ich Teil des Ganzen bin, des Kreises, des Ortes, der Stadt, der Schöpfung. Es macht mich sehr froh und glücklich…

– Erdung und gleichzeitig Öffnung zum Göttlichen…

– meinen Rhythmus finden im Rhythmus der Musik, des Tanzes und der Gruppe, im Hier und jetzt sein

– bewegen-bewegt werden
rausfallen-wieder reinkommen
frei allein- zusammen mit Anderen
wahrnehmen außen-innen,  berührt werden – Verbundenheit

– ich gehe immer mit einer besonderen Ruhe nach Hause

– wach werden zum Leben mit Körper und Seele, dann Bewegung mit wacherem Blick und mutigerem Schritt durch den Alltag heute und morgen

– Bewegung atmen
ganz bei mir im Kreis der Gruppe
und konzentrisch darüber hin-aus

– in der „Stillen Zeit“ Gott zuhören…

– die „Stille Zeit“ Zeit bedeutet für mich reine Freude, Besinnung auf das Wesentliche, Kraft auch für das, was vor mir liegt. Ich gehe immer beseelt nach Hause

– man kommt nach einer Weile spürbar in seine Mitte. Der ganze Körper füllt sich mit Atem, ich fange an alles, was im Kopf so „herumschwirrt“ loszulassen. (Lebens-) Freude fühle ich, die ich mit anderen teilen kann

– ich bin willkommen und finde Frieden

– es tut mir gut, einfach still zu sein

– Kraft spüren, das Herz hören, ganz da sein

– bei mir sein und trotzdem nicht allein, die Stille genießen in der hektischen Welt, mich spüren….

-Tanz und Meditation gehören für mich zusammen.
Die Stille bewegt mich – der Tanz bewegt mich…

 

 

Gebetsgebärden/Körpergebet                                    

Mit diesem Büchlein, das eine Sammlung von praktischen Anregungen beinhaltet, möchte ich Impulse geben, das oft vergessene Gebet mit dem ganzen Körper wieder neu zu versuchen.

Es führt in eine ganz eigene Intensität unseres Gebetes, wenn wir uns mit unserem ganzen Leib darin ausdrücken. Wenn wir uns in einer Gebärde mit unserem ganzen Sein, mit Körper, Seele und Geist der göttlichen Wirklichkeit zuwenden und hingeben.

Das Büchlein hat 48 Seiten mit 14 genau beschriebenen Gebetsgebärden/Körpergebeten. Zu jedem Gebet gehört ein lyrischer oder mystischer Text, der den inneren Gehalt des jeweiligen Gebetes widerspiegelt. Es sind auch kurze Gebetstexte, geistliche Lieder und Anregungen für begleitende Musik angegeben. Mit den kontemplativen Gebetsgebärden und der damit einhergehenden Offenheit und Hingabe können wir Worte, Lieder und Musik tiefer in uns wirken lassen, sie uns einverleiben und dadurch mehr durchdrungen werden von dem, was wir sprechen, singen oder hören.

Gebetsgebärden sind vor allem ein Weg des kontemplativen Gebetes. Kontemplatives Gebet ist das Gebet des Schweigens, das Gebet ohne Worte. Es geht um ein Leer-werden von Worten, von bestimmtem Vorstellungen und Bildern, es geht um ein Still-werden, das uns langsam durchdringt und uns bis in unsere tiefste Tiefe erfasst. Jede Gebärde wird von dieser göttlichen Stille erfüllt, bis sie diese Stille selber ist.

Ich habe das Gefäß meines Herzens in diese schweigende Stunde getaucht.

Es hat sich mit Liebe gefüllt. (R. Tagore)

Inhaltsangabe des Büchleins (PDF)

(Das Büchlein kann für 10 Euro (incl. Versand) bei mir bestellt werden:
karin-gerhard (at) arcor.de oder: Allerstr.11, 45136 Essen)