08/04/2026 0 Kommentare
18 Jahre JuGo in Bergerhausen - Das JuGo-Team blickt zurück und sagt „tschüss“
18 Jahre JuGo in Bergerhausen - Das JuGo-Team blickt zurück und sagt „tschüss“
# Neuigkeiten

18 Jahre JuGo in Bergerhausen - Das JuGo-Team blickt zurück und sagt „tschüss“
Abschiedsgottesdienst am 10. Mai, 10 Uhr
Das JuGo-Team mit Lenya, Charlotte, Merit, Hanna, Viktoria & Franka verabschiedet sich und blickt zurück:
Am Anfang stand der Austausch im Mittelpunkt
Der erste Impuls für das Format „Jugendgottesdienst“ entstand Ende 2006, als Jugendliche aus einer Krefelder Gemeinde zu Besuch waren und gemeinsam mit den (damaligen) Jugendlichen aus Bergerhausen einen Gottesdienst vorbereiteten. Der Funke sprang sofort über: Jugendliche aus Bergerhausen begannen, einen eigenen JuGo zu entwickeln. Nach einer längeren Findungsphase –voller Spaß, Aktionen und Gemeinschaft –entstand der Name „talk about“, weil der Austausch im Mittelpunkt stehen sollte.
Kurz vor dem ersten Gottesdienst kam die Idee der„Talkshow“ auf, und damit war unser ständiger Begleiter geboren. Am 4.11.2007 wurde der erste JuGo zum Thema „One of us“ gefeiert, moderiert von Max mit seinen Gästen: der frommen Anni, der intellektuellen Henni und Öko-Annika. Später wechselten die Moderatoren –Lisa, Maxi, Tom, Marie, Jana –und die Gästebrachten immer neue Figuren ein: LovelyLea, Prof. Dr. Dr. med. Äh...mit Assistentin, Rapper, Motzer, Hüpfe-Hippes, Familientherapeutin und die stets traurigen Frauen I und A.
Heute gibt es Moderation Hanna, Contra-Lucie, das liebe Lenchen, die Lästerschwestern und Merit.
Gottesdienst für alle
Von Anfang an wirkte das JuGo-Team weit über den JuGo hinaus mit: bei Friedensgebeten, Hochzeiten, dem Weltgebetstag, in der Konfiarbeit und mit Musik in anderen Gemeinden. In der Corona-Zeit entstanden kreative Online-und Open-Air-Formate. Die Gemeinde profitierte enorm von der Energie des JuGo-Teams. Die JuGos waren durchgängig politisch, biblisch, lebensnah und vor allem echt –geprägt vom persönlichem Glauben. Bald gab es an JuGo-Sonntagen keine anderen Gottesdienste mehr: Der JuGo wurde zum Gottesdienst für alle-zuerst an der Bille und später an der Joki. Und er war immer fröhlich voll.
Wir probieren das jetzt einfach
Jahrelang hat Heidrun Vieweg die Jugendgottesdienste mit Herz & Engagement begleitet. Als sie 2022 ihre Wirkungsstätte veränderte, standen wir plötzlich vor der Frage, wie es mit dem JuGo weitergehen soll. Also sagten Jana und Linnea ganz spontan: Wir probieren das jetzt einfach. Am Anfang standen Jana und Linnea mit einer fast ganz neuen Generation JuGos da, weil die Alt-JuGos plötzlich alle erwachsen waren. Es hieß also erstmal zu lernen,wie man aus einer Idee einen echten Jugendgottesdienst macht: mit Herz, Geduld und Ruhe. Als Team haben wir diese Form von Jugendgottesdienst, der für uns alle viel mehr ist als „nur“ ein Gottesdienst, fortgesetzt. Woche für Woche machten wir weiter – mit viel Herz, viel Improvisation und mit dem Gefühl, dass hier etwas wächst, das uns trägt. Doch irgendwann wurde auch Linnea erwachsen und schaffte es zeitlich nicht mehr, uns zu begleiten. Jana machte noch ein Jahr allein mit uns weiter – aber auch sie merkte, dass sie jetzt Erwachsenen-Dinge tun muss. Also waren wir auf uns alleingestellt und feierten weitere Gottesdienste, ganz ohne Hilfe von Erwachsenen.
JuGo ist Leben
Wir haben Gottesdienste gefeiert, die uns selbst geprägt haben: über Wege, die sich verzweigen oder neu beginnen; über Fenster, durch die man hinaus-oder hineinschauen kann; über Zuhause, das für jeden woanders ist; über Liebe, besonders Gottesliebe; über Neuanfang und über Wunder. Wir haben darübergesprochen, wie es ist, „wie ein Mädchen“ zu sein; dass man zu seinen Entscheidungen stehen darf und sich nicht für alles entschuldigen muss und warum Zeit ein Geschenk ist. In all diesen Themen hat sich auch unser Glaube mitbewegt: Er wurde weiter, tiefer, manchmal auch herausfordernder. Wir haben erfahren, dass Gott uns nicht fertige Antworten schenkt, sondern Räume, in denen wir suchen, zweifeln, hoffen und wachsen dürfen. Und jetzt, zum Abschluss, steht ein letztes Thema über allem: erwachsen sein. Doch JuGo war nie nur Gottesdienst. JuGo ist Leben. Wir waren auf Konfifahrten, haben Konfirmationen begleitet, Kindergottesdienste unterstützt, einen Türöffnertag erlebt, Laura verabschiedet, gemeindeübergreifende Aktionen gestartet und Konzerte gefeiert – auch mit den Altjugos, die uns gezeigt haben, wie viel Geschichte vor uns liegt.
Manche von uns haben Kirche dabei ganz neu kennengelernt, andere haben erlebt, dass Gemeinde ein Ort sein kann, an dem man sich zeigen darf, wie man wirklich ist. Und dann gab es all die Momente, die nicht im Kalender standen: Demos, Weihnachtsmärkte, Konzerte. Plätzchenbacken, Bastelabende, Pizza, Kuchen, Musik. Gespräche, die tief gingen und Gespräche, die völlig am Thema vorbeischlitterten. Augenblicke zum Runterkommen, zum Durchatmen, zum einfach-nur-Sein. Wir haben gelacht, diskutiert, uns zugehört und uns gegenseitiggehalten, wenn es nötig war.
Ein Stück Familie
Was diesen Jugendgottesdienst ausgemacht hat, war nie ein Programm. Das waren wir. Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt. Zeit füreinander. Kreativität, Musik, Vertrauen. Ein Ort, an dem man ankommt und bleibt. Wie ein Lighthouse. Ein kleines Zuhause. Ein Stück Familie. Wir sind gemeinsam älter geworden, mutiger, offener. Wir haben gelernt, ausprobiert, Grenzen verschoben und uns selbst besserverstanden. Und ja –wir sind ein Stück erwachsener geworden.
Mit diesem „erwachsen werden“ geht nun leider einher, dass auch wir neue Wege ohne JuGogehen (müssen). Das war eine schwere Entscheidung. In all den Jahren ist so unglaublich viel entstanden. Aber vielleicht gehört auch das zum Erwachsen werden dazu: zu merken, wann man etwas loslassen muss. Jetzt endet diese JuGo-Zeit. Aber das, was wir miteinander erlebt haben, bleibt: die Erfahrung, die Erinnerungen, das Vertrauen, das Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinschaft. All das nehmen wir mit auf unsere Wege, die nun weiterführen – vielleicht auseinander, aber nie ohne das, was wir hier gefunden haben. Wir sagen Danke. Für jedes Lachen, jedes Gespräch, jede Begegnung, jede Stunde,die wir miteinander geteilt haben. Danke für diesen Raum, in dem das so möglich war.
Ein letzter gemeinsamer Schritt
Bevor wir aber loslassen, freuen wir uns auf eine rappelvolle Kirche, in der wir mit euch unseren letzten, von uns Jugendlichen organisierten Gottesdienst in der Johanneskirche feiern möchten. Und deshalb laden wir euch alle -euch Jugendliche, euch Konfis, euch Kinder, euch Familien, euch jüngere und ältere Erwachsene - von Herzen ein, diesen wichtigen Schritt mit uns zu gehen:
Feiert mit uns am
10.05.2026, um 10 Uhr
unseren Abschiedsgottesdienst zum Thema „Erwachsenwerden“.
Wir freuen uns auf euch!
Euer JuGo-Team Lenya, Charlotte, Merit, Hanna, Viktoria & Franka

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